Die Brauthalle

Geht man durch das Hauptportal, so betritt man die „Brauthalle“. Die Wände sind in rosé gehalten. Teilweise sind sie durch einige „Spiegel“ strukturiert, die einen weißen Stuckrahmen haben. Die „Schnecke“ des Basaltrondells von außen begegnet an den Rahmen der Fenster wieder. Diese Fenster wirken, als wären sie durch Jahrhunderte ergraut. In Wahrheit wurden sie aber 1913 bereits auf „antik“ hin gearbeitet. Es ist ein „gewischtes“ Bleiglas, das Alter vortäuscht. Mit welcher Technik, in welchem Muffelofen (Ofen zum Brennen von Keramik) das Glas so gebrannt wurde, ist unbekannt. Alle Versuche, einige Glasscheiben so zu erneuern, dass sie „gewischtes“ Glas wurden, schlugen fehl. Wir kennen das damalige Verfahren zur Herstellung solcher Glasscheiben nicht.
 
Die Stuckdecke im Mittelteil setzt sich aus Quadraten und Rechtecken zusammen, die sich an einigen Stellen zu einem Kreuz zusammenfügen. Die Decke ist in drei aufeinander abgestimmten Farbtönen gestaltet: weiß der Stuck, grau einige Felder, andere in einem gebrochenen Violett.
Alle drei Räume der Brauthalle werden durch zwei rechteckige Torbögen begrenzt, die, im Unterschied zum Stuck an der Decke, einen aufwendigen Stuckrahmen mit Perlleisten tragen. Die drei Räume haben eine gemeinsame Achse, die von Jugendstillampen aus der Werkstatt der Wiener Manufaktur  „WOKA Lampenklassiker“ unterstrichen wird.

Die Restaurierung der Kirche dauerte zwei Jahre, die Brauthalle zusätzlich ein Jahr.

Sie ist analog zum Tempel Salomons der „Raum vor dem Heiligen“, oder der „Vorhof der Heiden“: ein vornehmer, profaner Saal, kein Kirchenraum. Alle Vorräume der Jugendstilkirchen heißen „Brauthalle“.

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